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Dinkel und Weizen. Zwei traditionelle Heilpflanzen

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Seit Menschengedenken spielte Getreide in unserem Kulturkreis nicht nur als Nahrungsmittel eine zentrale Rolle, sondern es erfuhr ebenso als Medizinalpflanze große Wertschätzung. So beschrieb der griechische Arzt Pedanios Dioskurides (1. Jh. n. Chr.) die äußerliche Anwendung von gekautem Weizen als wirksam gegen den Biss eines tollwütigen Hundes. Die als heilkundig geltende Äbtissin Hildegard von Bingen (1098-1179) lobte den Dinkel gar als das beste Getreide, das Gesunden wie Kranken überaus nützlich sei. Die vorliegende Untersuchung erforscht auf Basis des von Sabine Anagnostou entwickelten Marburger Forschungskonzeptes die traditionelle heilkundliche Anwendung von Dinkel Triticum spelta L. und Weizen Triticum vulgare Vill. seit der Frühen Neuzeit. Für beide Pflanzen konnte eine Stringenz für bestimmte Indikationsbereiche über mehrere Jahrhunderte belegt und die Plausibilität der Anwendungen im Kontext moderner Forschungsergebnisse bestätigt werden. Die Resultate können als Basis zur Entwicklung neuer innovativer Phytopharmaka beitragen. Dinkel und Weizen finden heutzutage lediglich als Nahrungsmittel Beachtung. Gleichwohl sind inzwischen zahlreiche sekundäre Inhaltsstoffe mit vielfältigen pharmakologischen Wirkungen bekannt. Da Weizen als ein wichtiger Wirtschaftsfaktor gilt, unterliegt er seit vielen Jahrzehnten zwecks Ertragsmaximierung enormen züchterischen Veränderungen. Dies kann schwerwiegende Erkrankungen zur Folge haben. Aus diesem Grunde wurden Unterschiede zwischen den Inhaltsstoffen heutiger Dinkel- und Weizensorten herausgearbeitet und in Bezug zu inzwischen vier bekannten weizeninduzierten Erkrankungen gesetzt.
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